Grawler kommen selten alleine

Zwei Jubiläen treffen aufeinander: Während die Stadt Bad Dürkheim heute auf eine beeindruckende Geschichte von über 1.200 Jahren zurückblickt – von der ersten Erwähnung als Thuringheim im Jahr 778 bis zum modernen Kur- und Weinort – feiert die Karnevalgesellschaft „Derkemer Grawler“ ihr närrisches 77. Jubiläum. 

77 Jahre Grawler bedeuten mehr als sieben Jahrzehnte voller Humor, Frohsinn und gelebter Gemeinschaft. Was einst klein begann, ist längst zu einem festen Bestandteil des Dürkheimer Kulturlebens geworden – genauso wie die lange Geschichte der Stadt selbst, die Tradition und Lebensfreude miteinander vereint.

Wäre es die Aufgabe, die Geschichte der Stadt zu erzählen, sie würde wohl noch bis Aschermittwoch andauern. Doch hier geht es um die Entwicklung des Karnevals in Bad Dürkheim – und auch die hat bereits einige Kapitel vorzuweisen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, in einer Zeit voller Not und Wiederaufbau, kehrte auch die Narretei zurück. Paradoxerweise entstanden fast gleichzeitig zwei Karnevalsgruppen – ohne voneinander zu wissen. Eine davon waren die „Rebläuse“, ins Leben gerufen vom damaligen Verkehrsverein unter Leitung von Otto Schwab. Ihr Ziel: die Unterhaltung der zahlreichen Gäste, die in Sonderzügen zum närrischen Treiben in die Pfalz kamen. Mit Humor, Mundart, alten Orden und farbenfroher Kleidung wurde so die „Karnevalsgesellschaft Rebläus“ gegründet – ein erster Schritt in Richtung organisiertem Fastnachtstreiben in Bad Dürkheim.

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